Why not everybody has to learn to program

 
4 Kudos
Don't
move!

Every now and then it is proclaimed that “programming” should be a bigger part of education and that every child should learn to program (and every adult should go for it also). Surely this makes sense if you’re a big company and craving for good engineers. It also makes sense for some other cases. But I don’t think that everybody should be able to code.

What I think everybody, and I mean that literally, should understand, is the implication that technology is going to have on our future lives. In the next decades a lot of people will go into unemployment because their jobs are taken over by robots, software and any combination of the two.

I recently read an article by German t3n magazine which listed a few jobs which could be taken over. Even for me, who is well aware of the possible implications of technology, there were some surprises. Taxi-drivers are threatened by Google and their self-driving cars. Just today a prototype of a self-driving “pod” was presented by Google at the CODE conference. But doctors could also be replaced in complex operations by more precise robots. The hypotheses in the article is: every job that consists of just manual work will be replaced, and even some which involve intellectual work. An example could be the in-store sales advisor who would be assisted by some kind of virtual sales advisor that is able to communicate with the customer.

This makes it clear why it’s important to understand technology and what it will mean for our future lives. Someone who has to decide into which job to go, has to make a very crucial decision, because there is no guarantee that his job or even the industry will be there for all of his life. Understanding the general developments in technology can help to make a better decision or – as someone who is already working – put things on the right track in terms of professional development and further education.

Erfolg, Glück und Anerkennung

 
1 Kudos
Don't
move!

Es gibt diese Tage an denen verschiedene Informationen auf mich einprasseln und zum Nachdenken anregen. Wenn ich Glück habe, prasseln Informationen aus verschiedenen Quellen auf eine Art und Weise die dazu führt, dass ich etwas mehr verstehe.

Einstiegshürden

Eben zum Beispiel saß ich beim Friseur und habe mir überlegt, warum manche Berufe in der Gesellschaft angesehener sind als andere. Landläufige Meinung ist ja, dass es von der Tätigkeit an sich abhänge, wieviel Prestige ein Beruf mit sich bringt. Das ist allerdings, glaube ich, aus folgendem Grund falsch: wenn ich jemandem sage, dass ich “Anwalt” bin, dann ist man erstmal tendenziell angesehen – unabhängig davon, ob mein Gegenüber weiß, was ich genau mache. Genauso ist es, wenn ich erzähle, dass ich promoviere, selbst wenn meine Tätigkeit während der Promotion zu 80% aus Verwaltungs- und Zuarbeits-Tätigkeiten besteht. Daher kann es nicht die Tätigkeit an sich sein, die beeindruckt. Es muss also etwas anderes sein.

Idee: es sind die Einstiegshürden in eine bestimmte Tätigkeit, die Respekt erzeugen. Ein Friseur z.B. macht auch einen schweren Job: jeden Tag rumschnippeln, dann muss er noch gut kommunizieren können um die Wünsche des Kunden wahrzunehmen und immer gut drauf sein. Aber das gesellschaftliche Ansehen ist für den Beruf vergleichsweise niedrig. Gleichzeitig kann jeder Friseur werden, der will. Die Einstiegshürden sind niedrig. Anwälte hingegen sind gut angesehen, selbst wenn sie nur Unternehmen beim Steuer-sparen helfen. Das ist zwar vielleicht intellektuell anspruchsvoll, nützt einer Gesellschaft aber wenig und sollte daher eigentlich nicht sehr prestigeträchtig sein. Die Einstiegshürden sind aber durch den Examens- / Zulassungszwang hoch.

Die Gesellschaft differenziert aber nicht in diesem Ausmaß. Das legt den Schluss erneut nahe, dass es nicht um die Tätigkeit an sich geht. Es lässt sich festhalten, dass Berufe ein hohes Ansehen genießen, die nur durch Überwindung hoher Einstiegshürden ausübbar sind. Einstiegshürden gelten dabei für jedermann, der diesen Beruf ausüben will, unabhängig davon, was er später im Beruf macht und ob er einen gesellschaftlichen Mehrwert erschafft. Einstiegshürden sind quantifizierbar und erschaffen damit einen Maßstab der für alle gilt. Es wird verhältnismäßig leicht nachvollziehbar, wer die Einstiegshürden geschafft hat zu nehmen.

Anerkennung

Die Frage, die ich mir stelle, ist folgende: es führt zu mehr Anerkennung durch die eigene Umgebung, wenn man Einstiegshürden nimmt, unabhängig davon, ob man dann mit dem Wissen tatsächlich Mehrwert schafft. Will ich mich einem solchen Maßstab unterordnen und mein Selbstbewußtsein davon abhängig machen? Denn der Maßstab an sich ist kurzsichtig und eben nicht auf die Schaffung von Mehrwert gerichtet.

Dazu stolperte ich über die Debatte in den USA, welche Erziehungsgrundsätze die richtigen sind. Die Tiger-moms, also Mütter mit asiatischem Kultur-Hintergrund, vertreten die Auffassung, dass “westlich-erzogene” Kinder zu wenig gedrillt werden, anders als ihre eigenen Sprösslinge, um es mal vereinfacht darzustellen. Angeheizt wurde die Debatte von der bekannten Autorin Amy Chua.

Paul Buchheit, Google-Mitarbeiter und Erfinder des “Don’t be evil”-Mottos, schreibt dazu auf seinem Blog einen Kommentar zu einem Kommentar, dass die Erziehung asiatischer Kinder auf extrinsischer Motivation beruhe. Die Grundannahmen seien:  (1) Lernen macht keinen Spaß und (2) Spaß kommt wenn die Anerkennung durch Dritte kommt, (3) diese kommt aber erst, wenn man hart gelernt hat. Tiger-moms zwingen ihre Kids also in einen Teufelskreis des Lernens, der letztlich durch die externe Anerkennung durch Dritte beflügelt wird. Das Kind wird also abhängig von der Anerkennung anderer, weil es anders kein Glück zu empfinden gelernt hat.

Das eine Gesellschaft, die so gepolt ist, Konformisten heranzieht, versteht sich von selbst. Denn wer von der Anerkennung der Gruppe abhängig ist, wird es vermeiden, etwas “anders” zu machen. Das deckt sich mit einer Antwort auf Quora, die ich eben gelesen habe. Die Frage war, warum Indien keine Unternehmen wie Google, facebook und Microsoft hervor bringt. Joydeep Sen Sarma antwortet, dass die indische Kultur auf Konformismus ausgelegt sei und entsprechend selbst durch die indischen Top-Universitäten Andersdenkende systematisch eingenordet würden.

(Sidekick: warum sind uns Dinge peinlich und warum zeigen wir diese Peinlichkeit, z.B. durch erröten? Antwort: aus Angst auf Grund der Non-Konformität aus der Gruppe verstoßen zu werden. In früheren Zeiten bedeutete das den Tod. Daher ist Peinlichkeit eine Überlebensstragie.)

Paul Buchheit merkt weiter an, dass die erste Grundannahme der Tiger-moms schon falsch sei. Lernen könne Spaß machen, wenn es auf eine explorative Art und Weise geschehe. Das ist es, was die westlichen Kulturen, manche mehr, mache weniger, den asiatischen noch voraus haben: zwar werden “unsere” Kinder nicht so sehr gedrillt und von der Anerkennung Dritter abhängig macht, allerdings können sie dafür eigenbestimmter lernen und erfahren dadurch auch eine intrinsische Motivation zu lernen. Diese Motivation kann dann dazu beitragen auch non-konforme Vorgehensweisen auszuprobieren und damit etwas gutes zu schaffen.

Glück

Wie verknüpft man all dies mit Glück? Immer mal wieder ist im Gespräch, dass unsere Gesellschaft trotz des Reichtums unglücklicher wird. Meiner Meinung nach könnte das genau in diesem System der Anerkennung begründet liegen.

Auch unser Bildungssystem ist in Teilen auf die extrinsische Motivation ausgelegt. Noten, Titel, Einstiegshürden sind in weiten Teilen der Bevölkerung das Maß aller Dinge. Und selbst nach dem erfolgreichen Einstieg in einen prestige-trächtigen Beruf lässt sich der stetige Zufluss externer Anerkennung aufrecht erhalten. Zu diesem Zeitpunkt kommen die sogenannten Status-Symbole ins Spiel, die erneut quantifizierbare Maßstäbe darstellen und an denen es sich weiterhangeln lässt.

Problematisch wird es wahrscheinlich, (1) wenn der Zustrom externer Anerkennung ausbleibt, (2) der Mensch intrinsische Motivation zu erfüllendem Handeln nie kennengelernt hat und (3) die aktuelle Tätigkeit keinen Mehrwert für die Gesellschaft darstellt und sich diese Erkenntnis bei dem Betroffenen auch einstellt.

Sollte ich nun eine Empfehlung zum Thema Glück abgeben, würde sie so lauten, wie man sie aus den Selbsthilfe-Büchern, von den Plakaten und aus der Bibel kennt. Daher spare ich mir das hier. Essentiell ist wohl: Glück kommt nachhaltig nur aus einem selbst und nicht von der Anerkennung durch Dritte.

Erfolg

Jetzt muss noch Erfolg mit den zwei Themen Anerkennung und Glück verknüpft werden.

Geht man nach allem oben dargelegten, dann ist Erfolg das, was andere sagen was Erfolg ist. Hat man bestimmte Noten erreicht? Hat man einen Uni-Abschluss erreicht? Hat man die (prestige-trächtigen) Einstiegshürden in einen (dadurch) angesehenen Beruf geschafft? Hat man genug verdient um sich Status-Symbol xyz anzuschaffen und damit zu beeindrucken? Erfolg wäre dann: die Anerkennung durch Dritte einzuheimsen. Das funktioniert nur, wenn man “immer mehr” erreicht, da mit jedem erreichten Meilenstein die Erwartungen der Anerkennung-verteilenden Umgebung steigen.

Wie könnte man Erfolg aber definieren, wenn man die externen Einflüsse ganz außen vor lässt? Im Grunde kann Erfolg dann nur daher kommen, dass man die Ziele, die man sich selbst gesetzt hat, erreicht. Dafür muss man seine innere Stimme kennen und mit ihr in Ruhe und ohne Ablenkung durch externe Einflüsse kommunizieren können.

Überblick

Ich schreibe diese Art von Posts um einen wilden Haufen von Gedanken zu ordnen und eventuell ein Learning daraus zu ziehen. Die eingangs erwähnten Informationen prasseln an manchen Tagen eben in so vielfältiger Form, dass mir bewusst wird, dass irgendwo ein Gedanke liegen könnte, der mir hilft einen weiteren Teil des Puzzles namens Leben zu verstehen. Doch ohne Niederschrift, also den Zwang, die Gedanken einigermaßen in Bahnen zu lenken und sinnvolle, argumentative Zusammenhänge herzustellen, würde ich diese vergrabene Erkenntnis nicht finden.

Heute habe ich folgendes erkannt. Zu den Themen Erfolg, Glück und Zufriedenheit gibt es ja eine Menge Stoff, der Handlungsanweisungen aufstellt. Dazu kommen ein Haufen Sprichwörter, z.B. aus dem Buddhismus, wie man Glück erlangt und so weiter. Häufig fehlt aber, zumindest ohne tiefergehende Recherche, der der Handlungsanweisung zugrunde liegende Argumentationsstrang, warum das Sprichwort oder die Anweisung lautet wie sie lautet.

Die Verknüpfung der Gedanken zu Erziehungskonzepten, zu der Anerkennung von Berufen auf Grund von Einstiegshürden und zu den anderen Themen in diesem Post und das In-den-Kontext-stellen des sich daraus ergebenden “inneren Systems der Definition und Positionierung eines Menschen in der Gesellschaft”, hat mir geholfen zu verstehen, warum Erfolg ein zweischneidiges Schwert ist und das Glück sich daran leicht verletzen kann.

Ein Tag – drei interessante Artikel die in ihrer Gesamtheit manches verdeutlichen

 
0 Kudos
Don't
move!

In der Wirtschaftswoche erscheint heute ein Interview mit Bernhard Heinzlmaier, der die Verblödung der Jugend kritisiert. Das klingt zwar plakativ und falsch, der Artikel hat es sich aber in sich. Zum Beispiel behauptet Heinzlmaier:

“Wir wissen aus den sozialwissenschaftlichen Studien der vergangenen 150 Jahre, dass Krisen die Menschen passiver und disziplinierter machen. Sie werden unkritischer und versuchen, mit Unterwerfungsgesten durchs Leben zu kommen.”

Das schlägt den Bogen zum zweiten Artikel, aufgegriffen zum Beispiel von Gründerszene. Hier geht es um rückläufige Gründungszahlen in Deutschland. Offenbar können sich nur noch 29% der Befragten vorstellen, die Selbstständigkeit zu wagen.

Die Gründe lägen im Wesentlichen in der Angst vor gesellschaftlicher Ächtung, wenn die Selbstständigkeit nicht funktionieren sollte. Ächtung passiert dann, wenn ein Abweichler vom Mainstream damit auch noch scheitert. Wenn Angst vor Ächtung ein zunehmendes Motiv darstellt, spricht das für eine Vereinheitlichung des Denkens einer Gesellschaft und damit der Aussage des Interviews mit Heinzlmaier.

Der dritte Beitrag ist heute im ZEIT Magazin erschienen und somit nicht verlinkbar. Dort geht es um Selbst-Optimierer, also Menschen die mit Hilfe von Technologie ihr Leben versuchen zu vermessen und daten-getrieben zu verbessern. Das hat schon der alte Goethe getan, allerdings mit einem Notizbuch und nicht mit einer Kombination aus Hardware, Software (Apps) und web-basierter Daten-Auswertung.

Insofern führen die neuen Möglichkeiten zur Intensivierung der Selbst-Optimierung auf Grund von viel mehr Daten. Das ist aber nicht das Problem: im Artikel selbst wird eine Person zitiert, die den Vorgang der Selbst-Optimierung als mit der Prozesssteuerung und -entwicklung in einem Unternehmen vergleichbar ansieht und sich auf einer andauernden Mission befindet, produktiver und effizienter zu arbeiten. Jedes Zeitfenster, das zum intellektuellen Diskurs, zum Hinterfragen verwendet werden könnte, wird als verschwendet eliminiert und im Zweifel durch im Kreis laufen – um ein paar Kalorien zu verbrennen – genutzt.

Der Autor befürchtet, dass wenn diese Art von Menschen einen Prototypen der Menschen von morgen darstellen, wir alle noch viel angepasster und einheitlicher werden als im Moment. Denjenigen, die qualifizierte aber unkritische Fachkräfte brauchen, käme es gelegen. Sicher handelt es sich um Extrembeispiele und es wird niemals jeder so werden wie die vorgestellten Personen, aber mir geht es auch nur um die Beschreibung einer Tendenz, nicht eines worst-case Endzustands.

Insgesamt hat der heutige Tag einfach durch Zufall drei Artikel hochgespült, die für mich in ihrer Gesamtheit vieles bestätigen, was ich täglich beobachte. Deshalb war es für mich wichtig, dieses Ereignis kurz festzuhalten.