CryEngine 3 + RPG = gut

 
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Eben habe ich Far Cry 3 gezockt und mit dem Kampfbogen reihenweise Leute lautlos gemeuchelt. Dabei ist mir der Gedanke gekommen, wie genial sich die CryEngine 3 für ein richtig flüssiges RPG eignen würde. Dass sie im Weltraum funktioniert, wissen wir ja schon seit Star Citizen.

Und was fördert eine Google-Suche nach CryEngine 3 + RPG zu Tage? Kingdom Come: Deliverance. Am 20.2.2014 erfolgreich auf kickstarter.com mit fast 400% über Zielwert gebacked. Der kickstarter-Trailer ist schon mal absolut sehenswert.

Ein Traum wird wahr mit dem Spiel. Ich warte schon lange auf eine Gothic-Fortsetzung, aber aus der Ecke muss man wohl mit nichts dollem mehr rechnen. Schade eigentlich. Aber wenn es nach den Publishern geht, gibt es wohl keinen Markt mehr für RPGs mit PC als Lead-Plattform. Das sagt auch der Creative Director von Kingdom Come, und begründet damit gleichzeitig, warum sie für das Spiel auf eine Kombination aus kickstarter-Finanzierung und privatem Investor gesetzt haben.

Dabei kann man einem Publisher die Zurückhaltung gar nicht vorwerfen. Wir leben in einer Zeit, in der Spiele massenmarkt-tauglich werden. Das bedeutet aber auch, dass für den Erfolg eines Spiels eben ganz andere Maßstäbe gelten als noch vor 5 Jahren. Deshalb würde einen Publisher vermutlich auch nicht überzeugen, dass 35.000 Menschen das Spiel auf kickstarter unterstützen und damit ihr Interesse bekunden – nach heutigen Maßstäben ist das halt keine nennenswerte Zahl. Zum Vergleich: GTA 5 hat sich bis jetzt 32,5 Millionen Mal verkauft und der Release auf der Next-Gen und auf PC steht sogar noch aus.

Und ein allgemeiner Gedanke, der mir noch gekommen ist: selbst wenn das Spiel vom Konzept her die Menschen hinter dem “Leviathan Publisher” überzeugt hätte, entwickelt eine solche Organisation dennoch ein Eigenleben mit eigenen Maßstäben und Werten, das eine Investition in die Zukunft des Spiels nicht zugelassen hätte. Dass ein solches Eigenleben durch große Organisationen oder Kollektive entwickelt wird, sogar unabhängig oder entgegen der Wertevorstellungen der die Organisation oder das Kollektiv tragenden Einzelteile, lässt sich ja immer wieder beobachten.

Ein Beispiel für einen solchen “Organisationswert” könnte bei einem Publisher die “Risikofreudigkeit” sein. Ein Publisher muss Erwartungen der Shareholder erfüllen und das lässt hoch-riskante Projekte nicht mehr zu um wenigstens dieses Risiko zu mitigieren. Somit entwickelt die Organisation Publisher langfristig eine Kultur der Risikounfreudigkeit. Wenn diese Organisationskultur sich erst etabliert hat, gehen damit auch negative Aspekte einher. Wer wenig risikofreudig ist, bzw. aktiv versucht Risiken zu vermeiden, der ordnet diesem Ziel auch andere Werte unter, etwa Innovationsfreudigkeit.

Eine risiko-vermeidende, innovationslose Organisation kann zwar existieren – aber wie lange? Müssen große Publisher folglich umdenken, risikofreudiger und innovativer im großen Maßstab werden? Ich weiß es nicht. Aber sie machen sich im gesamten Ökosystem in Zeiten des Crowdfunding jedenfalls teilweise überflüssig, siehe nur Castle Story, Star Citizen und jetzt auch Kingdom Come (und natürlich tausende weitere Indie-Projekte auf kickstarter, die ich alle gar nicht kenne!).